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Gemüse, Nachhaltigkeit und die WTO - Welthandelsorganisation

16:35 27.07.2004 (bluewin) - (unsere Meinung dazu...)

Schweizer Gemüseproduzenten demonstrieren gegen die WTO

Rund 50 Westschweizer Gemüsebauern haben vor dem Sitz der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf demonstriert. Sie lehnen die Liberalisierung der Agrarmärkte ab. Diese ist Bestandteil des geplanten WTO-Zwischenabkommens.

[sda] - Die 147 WTO-Mitgliedstaaten nahmen Verhandlungen über das Zwischenabkommen auf. Nach Ansicht des Verbands Schweizerischer Gemüseproduzenten (VSGP) ist der Text, über den die WTO-Delegierten verhandeln, aber viel zu allgemein gehalten.

"Dieser kommt einem Blankocheck gleich", sagte VSGP-Direktor Nicolas Fellay vor den Medien in Genf. Die Schweizer Bauern würden zur Kasse gebeten, wenn das Abkommen in Kraft trete.

Die Gemüseproduzenten wollen die Zollrechte aufrecht erhalten, die heute den Schweizer Markt vor Importen schützen. "Für ein Kilo Karotten erhalten die Schweizer Produzenten 60 Rappen", sagte Fellay. Ihre Kollegen in Europa verkauften das Kilo dagegen für 15 bis 20 Rappen. Ohne Zölle könnten die Schweizer Gemüseproduzenten deshalb ihre Ware gar nicht mehr absetzen.

Fellay ist überzeugt, dass die Schweizerinnen und Schweizer bereit sind, mehr zu bezahlen und so die einheimische Produktion zu unterstützen. Diese Mehrkosten seien marginal, da nur 8 Prozent der Haushaltsausgaben auf Lebensmittel entfielen.

Der VSGP übergab einen offenen Brief an Alan Franck, Leiter auswärtige Angelegenheiten bei der WTO. Darin betont der VSGP die Vorteile einer Lebensmittelproduktion im eigenen Land: Die Nahrungsmittelsouveränität sei ebenso wichtig wie die Nahrungsmittelsicherheit.

Ein weiterer offener Brief ging an den Wirtschaftsdachverband economiesuisse. Ihm werfen die Gemüseproduzenten vor, die einheimische Landwirtschaft zugunsten der Dienstleistungs- und Industriebranche opfern zu wollen.

Quelle: Internet.

Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen sind die Vertreter der 147 WTO-Mitgliedstaaten in Genf zur Sitzung des Generalrats zusammengekommen. Sie wollen bis am Freitag ein Zwischenabkommen für die weiteren Verhandlungen verabschieden.

[sda 28 Juli 2004] - Damit soll die stagnierende Handelsrunde wieder belebt werden. WTO-Generaldirektor Supachai Panitchpakdi appellierte an die Kompromissbereitschaft der WTO-Mitgliedstaaten.

Bundespräsident Joseph Deiss sagte, das Rahmenabkommen sei wichtig, da die Schweizer Wirtschaft ein multilaterales Handelssystem brauche. Deiss nimmt neben weiteren rund 30 Ministern an dem Treffen teil.

Die Voraussetzungen für eine Einigung seien besser als an der Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Cancún im September 2003. Kein Land habe den Textentwurf völlig abgelehnt.

Deiss unterbreitetete dem Präsidenten der Agrarverhandlungen, Tim Groser, die Vorschläge der Schweiz. Ausserdem traf er die anderen Mitglieder der Gruppe der zehn Agrarimportländer (G10). Im Agrarbereich sei die Schweiz bereit, Exportsubventionen abzuschaffen und die interne Unterstützung zu reduzieren.

Die nicht handelsbezogenen Aspekte der Landwirtschaft wie Umwelt- und Konsumentenschutz müssten aber beibehalten werden. Auch die geplante Maximalzoll-Regelung zur Marktöffnung gehe zu weit. Eine weitere Restrukturierung der Landwirtschaft sei aber unvermeidlich.

Ein Abkommen sei nötig, weil die Schweizer Wirtschaft auch eine Marktöffnung für Industrieprodukte und Dienstleistungen brauche, betonte Deiss. Der Textentwurf des Generalratspräsidenten, Shotaro Oshima, sieht ausserdem die Aufnahme von Gesprächen über Handelserleichterungen vor.

Rund 50 Westschweizer Gemüsebauern demonstrierten vor dem WTO-Sitz in Genf. Sie lehnen die Liberalisierung der Agrarmärkte ab, die Bestandteil des geplanten WTO-Zwischenabkommens ist.

Die Vertreter des Verbands Schweizerischer Gemüseproduzenten (VSGP) wollen die Zollrechte aufrecht erhalten, die heute den Schweizer Markt vor Importen schützen.

Im Übrigen hiessen die WTO-Mitglieder die Kandidatur Libyens für einen WTO-Beitritt gut. Die Aufnahme von Beitrittverhandlungen mit Iran hingegen wurden zum 19. Mal seit 2001 durch die USA blockiert.

Quelle: Bluewin 28.7.04

ecoglobe meint, dass die Auswirkungen des Freihandels auf Umwelt und Gesellschaft weit grösser sind, als man meint. Gewisse Kreisen in der Schweiz reden von "Opfern", welche die Bauern bringen müssten. Wenn jedoch die Bauern quasi schutzlos gegen Billigimporte antreten müssen, werden viele Bauernbetriebe eingehen.

Die Folgen davon sind leicht abzusehen. Agrarland wird zu Brachland. Die Gemeinschaft wird durch Ausgleichszahlungen einen minimalen Landschaftsschutz gewährleisten müssen. Die erwerblosen Bauern werden sich zu den anderen Leuten gesellen, die ihre Arbeit durch die Abwanderung von Industrien wegen der Globalisierung verloren haben.

Die verfassungsmässige Unabhängigkeit und Sicherheit werden noch weiter abgebaut. Opfer werden schlussendlich die ganze Bevölkerung der Schweiz, ausser diejenigen, die ihre Einkünfte durch eben diesen Freihandel noch steigern sehen.

In jüngster Zeit werden die Arbeitszeiten erhöht. Das ist eine Massnahme, die bereits vor vielen Jahren abzusehen war. Denn um so mehr der Handel frei wird, destomehr muss man konkurrenzieren gegen diejenigen mit den niedrigsten Preisen. Am Ende des erfolgreichen Prozesses der Handelsliberalisierung werden wir alle, auf der ganzen Welt, auf dem gleichen Wohlstandsniveau leben. Oder im gleichen Elend. Denn es gibt sie zu Milliarden, die Unterentwickelten, die am Rande des Abgrunds leben.

Das bedeutet nun jedoch nicht, dass diese Menschen nicht geholfen werden müssen. Aber Hilfe bedeutet wirkliche Hilfe und nicht der Ausfuhr ihres Wassers und Boden und Arbeitskraft in Form von Nahrungsmitteln, die wir gescheiter selber produzieren würden. Was den Entwicklungsländern fehlt, ist ein Grundkapital und Infrastruktur, Produktionsmitteln und Wissen, das wir im Norden uns über drei bis Jahrhunderten erarbeitet haben, teilweise mittels schlimmster Ausbeutung in den Zeiten der Industrialisierung. Man kann doch nicht verlangen, dass ein Entwicklungsland eine solche Entwicklung innert einiger Jahrzehnten nachholt.

Hilfe bedeutet also nicht Handel sondern ein Geben von Wissen und Gütern, wodurch die Armen ihren Rückstand aufholen können ohne in neue Abhängigkeiten zu versinken. Das ganze Hin- und herschieben von Waren über die ganze Welt, nur um irgendwo so billig wie nur möglich produzieren zu können, ist nur möglich wegen des billigen Treibstoffs. Und dieses heizt den Klimawandel an.

Man kann sich fragen, ob die Ideologen des Freihandels sich solcher Zusammenhänge bewusst sind. Wir meinen: ungenügend.

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