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G8 Gipfel - Klima und Nachhaltigkeit
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Radio DRS1 ECHO vom 8.7.2008

    Airlines sollen für Klimaschutz bezahlen Fluggesellschaften müssen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Klimaschutz war nicht nur beherrschendes Thema beim G8-Gipfel in Japan, sondern auch im EU-Parlament. Die Abgeordneten wollen Fluggesellschaften stärker zur Kasse bitten. Ab 2012 sollen alle Airlines aus Europa und Drittstaaten in den Handel mit Verschmutzungsrechten, den so genannten Emissionshandel, eingebunden werden. Dabei erhält eine Fluggesellschaft die Rechte für eine bestimmte Menge Kohlendioxid, die ihre Flotte ausstossen darf. Verbraucht sie weniger, etwa mit modernen Flugzeugen, kann sie Rechte verkaufen. Verbraucht sie mehr, muss sie umgekehrt Rechte hinzukaufen. Die Fluggesellschaften sind nicht begeistert. (Webseitentext DRS1 - Thomas Oberer)
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"Eu-Kommissar Stavros Dimas zeigte sich heute erleichtert. Die EU habe gezeigt, dass sie in der Lage sei sich ehrgeizige Ziele zu setzen und mit gutem Beispiel voranzugehen.
Ab 2012 sollen alle Flugzeuge, die in der EU starten und landen in das sogenannte Emissionshandelsystem einbezogen werden. In der Praxis funktionniert das so: Die Flugesellschaften müssen für 15 Prozent ihrer Abgase CO2-Zertifikate in Auktionen kaufen. Der Rest wird ihnen kostenlos zugeteilt.

Die EU erhofft sich dadurch, dass die Flugesellschaften neue Flugzeuge kaufen, die weniger Kerosin verbrauchen oder auf Flüge verzichten, die nur schlecht ausgelastet sind. Die Einnahmen sollen zur Bekämpfung des Klimawandels, für Forschungsprogramme im Umweltschutuz, für Waldprojekte in der dritten Welt, sowie zur Förderung weniger klimaschädlicher Transportmittel wie Bus oder Bahn eingesetzt werden. Finanziell spüren werden die neuen Umweltregeln vor allem die Flugpassagiere. Geschätz wrid, dass ein Flu in Europa zwischen zwei und neun Euro teurer wird, ein Flug nach Übersee zwischen zehn und 40 Euro. Die EU Kommission betonte im Vorfeld der Nutzen für die Umwelt rechfertige diesen Preisaufschlag allemal.
Die airline Industrie reagiert naturgemäss mit heftiger Kritik. Angesichts der hohen Kerosinpreise seien die Kosten für die CO2-Zertifikate nicht zu verkraften.

Zudem werde damit eine europäische Insellösung geschaffen, die den Wettbewerb verzerre und nur bedingt der Umwelt nütze.
Proteste gibt es auch in den USA, für die Europa ein wichtiger Markt ist. Denn neu unterlägen auch Airlines aus Drittstaaten, bei Starts und Landungen in der EU dem Emissionshandel. Doch genau dies sei wichtig, hiess es heute im Europaparlament, denn nur so gäbe es gute Chancen, nach dem Ablauf des Klimaschutzprotokolles von Kyoto im Jahre 1012 die globale Einführung des Emissionshandels aufs Verhandlungsparkett zu bringen. Europa erhofft sich, dass der Nachfolger von US-Präsident Bush offenerist für Umweltthemen. Ausgeblendet wird aber, dass China, Indien oder Brasilien keinerlei Interesse am Emissionshandel zeigen. Schweizer Fluggesellschaften müssten für Starts und Landungen in der EU schon bald bezahlen.

Vorerst nicht betroffen sind aber die Schweizer Flughäfen, da nur EU Staaten beim neuen System dabei sind. In Deutschland und Österreich wurden deshalb bereits Stimmen laut, der Flughafen Zürich erhalte dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Doch dies könnte sich schon bald ändern. In Bern hiess es heute dazu, man schliesse einen Anschluss an den EU-Handel mit Verschmutzungsrechten nicht aus.


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Helmut Lubbers ... 11 Juli 2008
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