ecostory 10/2006
Pädagogik: Über die erzieherische Verantwortung der Eltern
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Leserbrief an "Der Spiegel" vom 25.4.2006

Lehrer Kutschke nimmt die Eltern, die Lehrer, die Erwachsenen in die Pflicht. Toll. Rührend. Die sollen sich anders um ihre Kindern kümmern. Wie gehabt. Und das soll ein Gegengewicht sein gegen die Masslosigkeit und Geilheit, zu der die Werbung uns erzieht? Aussichtslos.

Denn wer steht doch hinter dieser Werbung? Sind es nicht die gleichen Ideologen, denen nur Zahlen etwas bedeuten und denen wir in der Wirtschaft fast blindlings folgen? Denen es nämlich egal ist, ob sie ihre Gewinne in den ausgelagerten Betrieben ▄bersee erwirtschaften. Die Nimmersatten gaukeln uns vor wir könnten durch "Kreativität" und längere Arbeitszeiten konkurrenzfähig bleiben bei zig-fachen Lohngefällen und Wohlstandsunterschieden.

Bei Herrschaftsstrukturen die es erlauben, dass man ▄bersee entscheidet was man hier konsumieren muss, ist alles erlaubt so lange es Gewinn abwirft. In den USA darf man nicht "fuck" sagen aber Lüge und Krieg und Folter sind das fast tägliche Beispiel unserer Obereren. Dieses gute Beispiel wirkt eben.

Sich anders um die Jugend kümmern. Gut. Aber dann muss das eigene Rathaus wieder entscheiden können und die masslose Gewinngier mit demokratischeren Wirtschaftsregeln eingedämmt werden.

Wenn wir die verantwortungslosen Globalisierer abwählen, können wir uns vielleicht auch mal darauf besinnen, dass die Erde begrenzt ist und Wirtschaftswachstum deswegen eine Selbstmordstrategie ist.

Wenn wir wieder weitgehend bei uns herstellen was wir lokal brauchen, mit weit weniger Rohstoffverschleuderung, sähe zu Zukunft etwas besser aus, sozial wie ökologisch.

Helmut E. Lubbers, Íkopsychologe, Genf

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