ecostory 3/2006
The New Cold War - The battle for ressources
"Der neue Kalte Krieg - Kampf um die Rohstoffe"

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Die kurzfristige und inkomplette Analyse von Deutschland's leitendem Magazin, Der Spiegel, 27.3.2006


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Email an den Verfasser der Artikelreihe im Spiegel:

Date: Fri, 31 Mar 2006 20:34:44 +0200
From: h.lubbers a t bluewin.ch
Subject: Serie "Der neue kalte Krieg - Kampf um die Rohstoffe" Spiegel Nr.13/27.3.06
To: "Herrn Erich Follath"

Sehr geehrter Herr Follath,

Ihre Analyse der Lage, sowie der Titel schiessen zu kurz. Die volle Wahrheit ist entweder der Leserschaft nicht zumutbar oder Sie verkennen den Ernst der Lage.

"Kalter Krieg" is falsch. Seit sehr langer Zeit führen Völker Rohstoffkriege. Warum marschierte die deutsche Armee gegen den Kaukasus, die amerikanische gegen Baghdad und finden mehrere Stellvertreterkriege in anderen Ländern statt? Das sind ganz konkrete heisse Kriege.

Bei der Besprechung der "guten" und "schlechten" Nachricht (S.79) laufen Sie komplett aus dem Ruder.
- Wie so viele Leute, denken Sie, dass man nicht über Nacht ohne fossilen Brennstoffe dasitzt. Und man war ja in der Vergangenheit auch kreativ, also wird uns schon noch was einfallen. Beides falsch. Was die vergangenheit anbelangt verwechseln Sie Ursache und Folge. Erst die mehr oder weniger zufällige Entwicklung neuer Techniken und Funde, erlaubte es der Menschheit sich zahlenmässig und konsummässig auf das heutige exorbitante Niveau zu expandieren. Aber wenn das schwarze Gold zu Ende ist wird die Gesellschaft katastrophal zusammenfallen. Es gibt nämlich weder mengenmässig noch technologisch Ersatz für Öl und Gas.
- Trotz Ihres ungerechtfertigten Optinmismus schreiben Sie, dass unsere Kinder es schwer büssen müssen. Dennoch folgt einige Seiten später eine Graphik mit Energieverbräuchen bis 2050. Was soll nun stimmen?
- Auf der letzten Seite (88) dann einige euphemistische Szenarien. Igendwie wird es doch gutgehen und das Atomkriegszenario ist zu furchtbar um Ernst genommen zu werden.

Es wurde wohl niemand mehr den Spiegel kaufen, wenn man anstelle von Hoffnungen die harten Realitäten darlegen würde und die notwendigen Konsequenzen aufzeigen.

Fakt ist, Herr Follath, liebe Spiegel, dass die Menschheit zu gross ist und zu viel pro Kopf verbraucht. Nur wenn wir sofort die selbstmörderische Wachstumspolitik abschwören, die Geschwindigkeit drastisch verringern, die Lebensdauer unsere Produkte um ein vielfaches erhöhen, verschwenderische Aktivitäten, wie Autorennen, und und und verbieten, wieder lokal herstellen, was wir lokal verbrauchen, nur dann haben wir eine kleine Chance, mit einem blauen Auge davon zu kommen.

Es ist wahrscheinlich, dass die Menschheit nur auf einer Verbrauchsebene von Mitte des 17ten Jahrhunderts und mit einer Weltbevölkerung von 1,5 Milliarden nachhaltig leben kann. Wie man das nun noch rechtzeitig in den Weg leiten kann, ist mir ein Rätsel. Aber auf jeden Fall sollten wir die Materialverschleuderung sofort stoppen und die Wachstumsökonomen und -politiker aus ihren Ämtern entlassen.

Wir müssen die Notbremse ziehen.

Mut freundlichen Grüssen ... Helmut Lubbers

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