ecoglobe Einerleier - 3 - refrain: Kyoto endlos
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Der Santichlaus ist zufrieden. Höchstzufrieden!

Anfang Dezember 2012. Wir wiederholen eine Santichlausgeschichte aus 2005. Recycling ist umweltschonend. Die Namen und Orte haben sich verändert aber die Töne und Ideen sind die gleichen. Kyoto heisst nun Doha. Die Umweltbundesrätin heisst nun Doris Leuthard. Aber die Bescherung ist ähnlichh toll und erfreulich.

Das Radio unterbricht nun inmitten einer Sendung mit der Meldung, dass es in einem Basler Tunnel ein Stau gibt. So sind wir von Chur über Lugano bis Genf detailliert auf dem laufenden. Die Bahnen und Strassen werden weiter ausgebaut. Die Bahnhöfe werden vergrössert und mit dem Klimaschutz kommen wir glänzend voran.

Alles nur eine Frage der Finanzierung. Mit genügend Aufwand können wir auch die Landesfläche dauerhaft vergrössern und nachhlatig weiter Touristen aus aller Welt in Davos unterbringen.
Die Wintersportdisziplinen werden bereits von Schneeslalomabfahrten auf Schlammschlachten umgewandelt. Für die Zeiten des Klimawandels und der Permafrostschmelze sind Kreativiät und Innovation gerfragt. Die Hochsschule von St. Gallen liefert uns da den notwendigen Nachschub an Spezialisten aus der Disziplin der sogenannten "Wirtschaftswissenschaft."


DRS-1 vom 2.12.05: [Boiiinnggg - tüdelüdelüüü...] Verkehrsinfo déèrès von sieben Uhr zwölf in der Region Zürich stockender Verkehr vor dem Schöneichtunnel stadteinwärts und in der Westschweiz auf der A-eins Richtung Lausanne stockender Verkehr nach einem Unfall auf der Versoix-Brücke. Strassenzustand: die Fahrbahnen sind in der ganzen Schweiz trocken wegen dichten Nebels im Mittelland besteht jedoch lokal die Gefahr von Reifglätte. Schienenverkehr: wegen einer Störung auf der Strecke Aarau Rupperswil werden die nonstop-Züge Basel Zürich Basel via Frick umgeleitet und die S-3 ist zwischen Wetzikon und Kempten wegen dringender Bauarbeiten ebenfalls nicht in Betrieb. Die Reisenden werden mit Bussen befördert. Die Störungen dauern bis auf weiteres an. [tütütütütü]

Euer Santichlaus lässt heute das Schweizer Radio und den Schweizer Bundesrat auf seine Knieen platznehmen. Denn grad vorm heutigen Santichlaustag gibt es Grund zum Feiern und Loben. "Der Bundesrat will die Verkehrsprobleme anpacken. Er bewilligt 20 Milliarden Franken aus einem Infrastrukturfonds," meldete das DRS ECHO der Zeit am 2. Dezember.

Der DRS-Zweierleier musste vor einem Monat noch den Dauerstreit im Bundesrat anprangern. Zweierleier (vom 12.11.05) steigerte den Streit so hoch, dass Herr Bundesrat Leuenberger unter einem lauten Kampfschrei den Kollegen Herrn Bundesrat Blocher durch einen gezielten kong-hai doi-Schlag minutenlang nach Atem schnappen liess. Für Neulinge: kon-hai-do ist eine Kampfsportart, Mischung aus kom-ba-to, kikiriki, hie-und-ai und Schwingen.

Solche Zeiten sind dank langer und hartnäckiger Zusammenarbeit von DRS und TCS nun vorbei. "Bravo!" sagen wir. Die stündlichen Staumeldungen vom Radio DRS haben endlich ihr Ziel erreicht: den Bundesrat. Die Autofahrer und Autofahrerinnen wussten sowieso, wo ihnen der tagtägliche Stau erwartete. Aber Info muss sein, nichtwahr, Dé-Èr-Ès? Voller Stolz berichtete DRS-ECHO am 2.12.05:

"Der Bundesrat will einen Infrastrukturfonds schaffen und damit 20 Milliarden Franken an die Lösung dringender Verkehrsprobleme investieren. Der Fonds soll 2008 eingeführt werden und auf 20 Jahre befristet sein. Das Geld dafür kommt aus der Mineralölsteuer und der Autobahnvignette. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass vor allem die Verteilung der Gelder umstritten sein wird. Katrin Hug: 'Knapp zwei Jahre nach dem Nein zum Gegenvorschlag der Avanti-Initiative liegt nun eine neue Lösung für dringende Verkehrsprobleme auf dem Tisch. Und so sollen die Gelder verteilt werden: acht-komma-fünf Milliarden für die Fertigstellung des Autobahnnetzes, fünf-komma-fünf Milliarden zur Beseitigung von Flaschenhälsen auf Autobahnen und sechs Milliarden Franken für den Agglomerationsverkehr. Für dringende und baureife Projekte, darunter S-Bahn-Linien in den Kantonen Zürich, Tessin und Genf, soll auf 2008 eine erste Tranche von zwei-komma-drei Milliarden Franken reserviert werden. Verkehrsminister Leuenberger rief das Parlament dazu auf, dem nun erreichten Kompromiss zu folgen:
"Würde eine solche Vorlage wieder scheitern, dann dann drohen uns dann ganz ernsthafte Verkehrsprobleme mit Staus und lokalen Verkehrszusammenbrüchen welche auch wirtschaftlich einfach nicht tragbar wären."
In einer ersten Reaktion erklärte der Verkehrsclub VCS, die Vorlage sei zu strassenlastig. Der Automobilverband TCS andererseits will die Finanzierung von S-Bahnen mit Treibstoffgelden bekämpfen.' Katrin Hug."

Ich, Sank Niklaus, Bischof zur Belohnung der artigen Kinder, bin mega-stolz auf euch, Bundesrat. In seltener Einmütigkeit habt ihr zum Wohle des Verkehrs alle Streitereien in eurem Tiem überwunden. Vergessen habt ihr die nörglerischen Warnungen der Klimawandler und Klimawandlerinnen. Gegen Überschwemmungen wie im Sommer dieses Jahres werdet ihr ebenso tapfer vorgehen, mit Milliarden von Franken für Schutzbauten.

Das ist die grösste Wachstumschanche überhaupt. Wenn der Permafrost die Hänge in die Täler rutschen lässt - Brigg lässt grüssen! Wenn Stadtteile und Täler alljährlich überschwemmt werden. Da gibt's endlich etwas zu verbauen und kehren und wehren und verdienen. Gut so! Die Landwirtschaft habt ihr sowieso bald expatriiert. Dank virtueller Wirtschaft werdet ihr die nötigen Milliarden schon aufbringen. Und die Landesversorgung wird durch Billigstimporte aus China sichergestellt. Nachhaltige Innovation verspricht auf nächstes Jahr bereits Aldi-Gipfeli aus Indien. Bleibt euch nur noch die Anpassung eurer Bundesverfassung. Die Treibhausgasproduktion soll als Motor zum Wirtschaftswachstum in der Präambüle der Verfassung festgehalten und dadurch aus der Atmosphäre entfernt werden. In den entgletscherten Alpen könnt ihr dann Wasserski als neuer Tourismuszweig wachsen lassen. Ungeahnte Horizonte für innovative Schweizer und Schweizerinnen! De Santichlaus isch zfrieda u chunnt 'snöchst johr drumm sicha zrugg.

[Boiiinnggg...] Verkehrsinfo déèrès von achtzehn Uhr neun in der Region Aargau Stau nach einem Unfall auf der A-eins Richtung Bern zwischen der Abzweigung Birrfeld und Aarau-Ost. Dann Stau oder stockender Verkehr auf folgenden Strecken: in der Region Bern-Solothurn auf der A-eins Richtung Zürich zwischen Kilchberg und der Verzweigung Luterbach. Und auf der A-sechs Richtung Thun zwischen Wankdorf und Muri. In der Region Basel auf der A-zwei vor dem Arisdorftunnel in beiden Richtungen sowie Richtung Basel zwischen Pratteln und der Verzweigung Hagnau. Daher auch auf der kantonalen Autobahn zwischen Muttenz und der Verzweigung Hagnau. Und auf der Rheinstrasse zwischen Pratteln und Liestal Richtung Olten. In der Region Zürich auf der A-vier Richtung Zürich vor dem Limmattaler Kreuz. Auf dem Nordring Richtung Sankt Gallen auf der A-eins Richtung Bern vor dem Gubristunnel. Stadteinwärts vor dem Schöneichtunnel. Auf der A-einunffüfzig zwischen Kloten-süd und der Verzweigung Zürich-nord. [Tütütoiiinnggg...]


Die bundesrätlichen Staulösungen vom 2.12.2005 laut SDA und ecoglobe
Die bundesrätlichen Medienmitteilungen vom 2.12.2005 mit Erläuterungen.
Verkehr, Wachstum, Nachhaltigkeit? - Brief an den Bundespräsidenten Samuel Schmidt vom 6.12.05.


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